Donnerstag, 8. Mai 2008

Der Stoff, aus dem Empfehlungen sind

Ein Bericht von Anne M. Schüller, den ich sehr passend finde und das Gefühl, dass ich beim Xango Networking habe, treffend beschreibt: Nichts geht über Empfehlungen, um Menschen zu helfen.

Mit einer erstklassigen Empfehlung kann man sich schmücken und sein Selbstwertgefühl steigern. Man kann sich als Kenner präsentieren. Man kann Menschen beeinflussen und damit in gewissem Sinn auch Macht ausüben. Oder man kann helfen und anderen Gutes tun. Auf diese Weise kann man vertrauensvolle Beziehungen aufbauen und Freundschaften festigen.
Die entscheidende Triebfeder eines Empfehlers ist in den wenigsten Fällen vordergründig materieller Profit, sondern vielmehr: jemand zu sein oder etwas beizutragen. Speziell bei der Mundpropaganda ist noch ein dritter Aspekt relevant: Zu den ersten zu gehören, die von einer Sache Wind bekommen haben, und/oder Mitglied eines ‚eingeweihten‘ Kreises zu sein. Ein Produkt, das sich durch künstliche Verknappung rar macht, nutzt diesen Aspekt in besonderem Maße. Karl Lagerfelds H&M-Kollektion war ein wunderbares Beispiel dafür.

Man gebe also potenziellen Empfehlern etwas, was sie gut aussehen lässt, womit sie anderen nützen oder sich selbst profilieren können, dann hat es gute Chancen, von ihnen empfohlen zu werden. Empfehlungen sind allerdings immer subjektiv und sehr persönlich. Sie sagen etwas über die eigenen Wertvorstellungen. Und sie polarisieren. Das, was man empfiehlt, mag man sehr — und anderes gar nicht. Für das, worüber man mit Leidenschaft spricht, geht man manchmal ‚durchs Feuer‘. Und etwas, das man hasst wie die Pest, weil es einen zutiefst verletzt oder enttäuscht hat, will man bisweilen zerstören.

Damit wird klar: Empfehlungen sind eine höchst emotionale Angelegenheit. Und für Emotionen ist unser Gehirn zuständig. Schauen wir also mal kurz dort vorbei:
Das Gehirn ist ganz schön in Mode gekommen. Hirnforscher liefern uns immer mehr Einsichten darüber, was im Oberstübchen des Menschen vorgeht, wenn er an seinen Lieblingsmitmenschen denkt, über ‚seine‘ Marke spricht oder Kaufentscheidungen vorbereitet. Was genau gedacht wird, das sieht man leider nicht. Zumindest aber erkennen wir, per Hirnscanner gefahrlos sichtbar gemacht, in welch unterschiedlichen Hirnarealen gedacht, verarbeitet und schließlich entschieden wird, und wie sich das alles verknüpft.

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